Schloss Schauenstein

12. Januar 2016
Showkochen mit Sternekoch

Zu Gast auf Schauenstein

Na gut, okay, sagte ich mir. So eine exklusive Einladung kriegst du nicht alle Tage. Sie, die Einladung, kam von einem lieben Kunden, den ich kenne und gut mag; es ging um Andreas Caminada und logischerweise ums Essen. Den Caminada kannte ich bis dahin noch nicht, gegessen habe ich bei ihm auch noch nie – habe aber sowohl von ihm als auch von seinem Schaffen schon viel gehört. Also machst du dir selber ein Bild, sagte ich mir, am besten vor Ort. Das war in der Tat die richtige Entscheidung.

Schloss Schauenstein ist eine Perle. Das Anwesen selbst, der schmucke Garten, die Nebengebäude ringsherum mit den unberührt wirkenden Wegen, Pfaden, Steigen und Treppen – alles scheint wie aus einem Film. Eigens für den Betrachter inszeniert. Ein Mikrokosmos der stehengebliebenen Zeit und der Ruhe.

Die perfekte Kulisse
Der 1257 erstmals erwähnte ehemalige Adelssitz erfuhr im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Anpassungen. Die letzten jedoch machen den historischen Grundbesitz zu dem, was er jetzt ist: eine architektonische Augenweide, die den Besucher in Staunen versetzt. Vollständig und mit Geschmack renoviert, die Einrichtung mit Feingefühl und Bedacht gewählt und subtil der geschichtsträchtigen Vergangenheit untergeordnet. Die perfekte Bühne für Caminadas Gastronomie. Die perfekte Kulisse, um Schlemmer zu verwöhnen und neugierige Ersttäter zu verzaubern.

Unser Gastgeber, der Küchenbauer Bulthaup, macht sich für den Anlass sowohl Caminadas Kochkünste wie auch dessen zauberhaftes Refugium zunutze. Seit einigen Jahren besteht zwischen Hersteller und Anwender eine Partnerschaft, mit Fokus auf Genuss und Erlebnis. Und beides trifft den Nagel auf den Kopf. Für den Genuss ist selbstredend Andreas zuständig, für das Erlebnis irgendwie auch. Zähle ich richtig, sind wir 18 handverlesene Gäste von Bulthaup, die an diesem grandiosen Sommertag auf Schloss Schauenstein zusammentreffen. Zum Showkochen mit dem Sternekoch.

Die perfekte Kulisse, um Schlemmer zu verwöhnen und neugierige Ersttäter zu verzaubern.

Zweifel werden entkräftet und Rätsel aufgelöst
Austragungsort ist die Remisa, eine ebenfalls bewohnbar gemachte ehemalige Kutscherwerkstatt, im Süden des Schlosses gelegen. Was in diesem heimeligen und zugleich komfortablen Gemäuer in den kommenden zwei Stunden geschnetzelt, gehackt, püriert, gebraten, gedämpft, geschmort oder sonstwie in einen Leckerbissen verarbeitet wird, grenzt an Zauberei. Aber nicht im Sinne von kompliziert, mühsam und knifflig. Es fliesst einfach, ganz zwanglos. Macht Sinn und lässt sich mühelos nachvollziehen, ist selbst für den Amateur durchführbar. Und macht darum grossen Spass. Jede Frage wird beantwortet. Zweifel werden entkräftet und Rätsel aufgelöst. Fast scheint es, als würde Caminada alles daran setzen, den Mythos Kochkunst und sich selber entzaubern zu wollen. Rückblickend kommt mir der Verdacht auf, dass exakt das sein Ziel war: uns die Schwellenangst nehmen und zeigen, dass auch wir fähig sind, die grosse Kür zu beherrschen. Nicht im Detail – aber im Ansatz. Für den Hausgebrauch. Gut gemacht, lieber Andreas. Und ein Dankeschön an den Gastgeber.