Seerose Meisterschwanden

17. August 2016
HOTEL-TIPP

Das Haus am See

Es riecht beruhigend nach Flieder, gemähter Wiese und Seewasser. Ein laues Lüftchen weht. Der Himmel so blau wie Enzian, die Sonnenstrahlen wärmen wohlig das Holz unter unseren nackten Füssen. Nichts stört die idyllische Ruhe, nur das Summen der Bienen ist zu hören und das leise Plätschern der Wellen. Ein Morgen wie aus dem Bilderbuch – erlebt direkt am Ufer des Hallwilersees im Hotel Seerose.

Schöne und Gute so nahe liegt. Es ist wohl ein Gen, das uns zu diesem Unsinn antreibt. Aber auch Unwissenheit und Ignoranz. Das Seetal liegt quasi vor des Zürchers Haustüre und ist, ich erwähnte es bereits, eine Bilderbuchlandschaft. Es locken Schlösser, die erkundet werden wollen und Landschaften, die es nur darauf abgesehen haben, das Auge zu verwöhnen. Schattige, unbebaute Uferwege laden zu friedvollen Spaziergängen ein und verträumte Badeplätze verführen zum Schwimmen und Sünnelen. Und mittendrin in dieser Idylle die Seerose. Ein Ruheplatz. Ein Ort der Entspannung und der feinen Genüsse.

Gemütliche Veranden und verschwiegene Plätze
Kritische Betrachter monieren allenfalls die heterogene Bauart, und auf den ersten Blick wird dem Auge tatsächlich etwas Toleranz abverlangt. Naturchic aus dem vorletzten Jahrhundert in Kombination mit Purismus und einem Hauch von Asien ist nicht jedermanns Sache. Aber, und das soll klargestellt sein, die ungleichen Gebilde treffen in Anstand und mit Rücksicht aufeinander. Dazwischen gibt es viel freien Raum, gemütliche Veranden, verschwiegene Plätze und lauschige Nischen. Alles lädt zum Verweilen ein. Ist darauf ausgerichtet, innezuhalten, sich niederzulassen und anzukommen. Im Hier und Jetzt. Das Schöne in der Seerose ist: man kann alles, muss aber nichts. Das entkrampft ungemein und entschleunigt im Handumdrehen.

Von Höhepunkt zu Höhepunkt
Wer es so macht wie wir, und das lege ich dem Gast in spe mit Nachdruck ans Herz, verbringt den Tag mit Lesen, Entspannen und guten Gesprächen auf der Holzveranda direkt am Wasser. Von diesem bezaubernden Plätzchen löst man sich nur ungern, es sei denn, ein Gewitter zieht auf oder der Hunger meldet sich. Ist Letzteres der Fall, dann kann es bis zum Abendessen nicht mehr weit sein, womit gleich nahtlos der nächste Höhepunkt ansteht – nämlich ein kulinarischer. Ansonsten zieht man sich zeitweilig ins lauschige Zimmer zurück, geniesst vom Bett aus den Blick auf den See und schaut dem sich anbahnenden Naturschauspiel zu. Das ist nur logisch, da die Philosophie des Hotels auf den Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft gründet – Blitz und Donner gehören dazu.

Ins Gleichgewicht finden
Stehen hingehen weder Leckereien irgendeiner Art auf dem Programm noch Blitz und Donner an, gönnt man sich eine Auszeit im Spa. Dort lässt man sich von fachkundigen Händen verwöhnen oder die wohltuenden Energien des Wassers auf sich wirken. Falls Körper und Seele bis anhin noch nicht ins Gleichgewicht gefunden haben, ist dies spätestens jetzt der Fall. Nie soll man die meditative Wirkung einer gelungenen Spa-Atmosphäre unterschätzen.

Abtauchen in die Zeitlosigkeit
Eventuell, und auch dieser Methode zur Entspannung kann ich nur beipflichten, setzt man sich ganz einfach nur hin, lässt es sich bei einem Glas des feinen Haus-Champagners gut gehen und sinniert über einen zauberhaft gelungenen Tag. Ganz ohne Kraftanstrengung und mit einem einzigen Ziel: Eintauchen in das süsse Nichtstun, Abtauchen in die Zeitlosigkeit. Ich sagte es ja schon: In der Seerose kann man alles, muss aber nichts.

  • Urs Blöchliger

  • Urs Blöchliger

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