The Capra Saas-Fee

14. Februar 2017
Unbezahlbare Augenblicke

Auf das Herz gezielt

Wir Frauen tragen gerne kostbaren Schmuck, edle Dessous und angesagte Trikotagen. Die Herren lieben «komplizierte» Uhren und rahmengenähtes Schuhwerk. Zuweilen schenken wir uns solcherlei zu ganz bestimmten Anlässen. Sich mit schönen und ausgesuchten Dingen zu umgeben, das hat durchaus seinen Reiz. Zielt es aber auch auf das Herz? So voller Pathos und auf Dauer? Da hege ich meine Zweifel.

Der Wert von materiellen Aufmerksamkeiten, sie mögen noch so erlesen und kostspielig sein, steckt in Tat und Wahrheit nicht im Produkt. Viel mehr zeigt er sich in der Geschichte dazu: Nämlich im Wo und Wann. Im Warum und im Wie. Sind wir obendrein in der Lage, ein spezifisches Wer anzuhängen, also einen besonderen Menschen, mit dem wir die anderen «W’s» in Verbindung bringen können, dann ist es perfekt. Das Was indes, sie haben es richtig erkannt, ist gar nicht so spielentscheidend.

Starke Gefühle provozieren
Was zählt wirklich? Ich wage zu mutmassen, nichts so sehr wie jene unbezahlbaren Augenblicke, die sich tief in unsere Herzen einritzen. Solche, die uns auf Reisen in die Vergangenheit entführen, an Orte der Besinnung, des Geniessens und der Zweisamkeit, und damit ein Strahlen auf unsere Gesichter zaubern. Hin und wieder sind es ganz ungeplante und auf den ersten Blick unspektakuläre Momente – doch auch sie können starke Gefühle provozieren und wohltuende Erinnerungen wachrufen. Gerade wir in der Tourismusindustrie hätten es demzufolge vergleichsweise einfach, zu grossem Gefühlskino zu verhelfen. Etwas Tatkraft, einen zünftigen Schuss Empathie und einen Fingerhut voll Glück vorausgesetzt.

Für die Unvergänglichkeit im Herzen. Was für eine wunderbare Berufung.

Wunderbar inspirierend
Kürzlich habe ich gelesen, dass schöne Erinnerungen wie kleine Sterne sind, die mit sanftem Licht in des Menschen Traurigkeit leuchten. Ein schöner Gedanke, finde ich, und wunderbar inspirierend. Gibt es denn etwas Schöneres, als jemandem am Herzen zu berühren? Ihm ein Lächeln zu entlocken, seine Augen vor Glück leuchten zu sehen? Wahrscheinlich nicht. Ergo finde ich es ungemein reizvoll, unseren Gästen etwas zu geben. Ihnen die wunderbare Natur näherzubringen und sie an einem Ort der Ruhe und Entspannung glücklich zu machen. Für den Moment im Hier und Jetzt. Für die Unvergänglichkeit im Herzen. Was für eine wunderbare Berufung.

Über die Autorin
Claudia Schibler ist Vizedirektorin im «The Capra» in Saas-Fee, eine ausgewiesene Tourismus- und Hotelfachfrau und leidenschaftliche Gastgeberin.

  • Urs Blöchliger

  • Claudia Schibler

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