Waldhaus Sils, Engadin

16. Januar 2015
Reich an Charme und Charakter

Das Haus im Wald

Das Waldhaus in Sils ist ein Hotel wie aus einer anderen Welt. Gelegen in einer grossartigen Landschaft, vom St. Moritzer Architekten Karl Koller meisterhaft inszeniert, geprägt von wundersamen Geschichten und Traditionen.

Der Herausgeber und Chefredaktor des Lifestylemagazins «Monocle», Tyler Brûlé, schrieb unlängst in einem seiner Essays, nichts dürfe in der wohlhabenden Schweiz in Würde altern. Grund dafür sei der Reichtum und die daraus resultierende Langeweile. Infolge dieser inneren Leere werde hierzulande alles mit einer zwanghaften Neigung zur Perfektion renoviert, gestylt, optimiert und aufgehübscht.

Auf einem bewaldeten Felsbuckel gelegen
Oh, wie ich mich über diese Zeilen freute. Endlich einer, der mir aus der Seele schreibt und erst noch über das nötige Renommee verfügt. Würde ich Herrn Brûlé persönlich kennen, hätte ich ihm flink eine Nachricht zukommen lassen und ihm für sein Bekenntnis meinen Dank ausgesprochen. Und ich hätte ihm einen Tipp gegeben: das Waldhaus in Sils. Wer weiss, vielleicht hätte er mir für diese Empfehlung seinerseits gedankt. Denn das Waldhaus ist die Antithese zum durchgestylten Wohnchic. Es ist ein verträumtes Kleinod aus einer anderen Zeit. Traumhaft gelegen auf einem bewaldeten Felsbuckel ob dem Dorf Sils, mit Blick auf die unvergleichliche Engadiner Seenlandschaft. Und doch sind es die inneren Werte, die das Waldhaus so einzigartig machen. Seit der Eröffnung 1908 in Familienbesitz, wird es unter Wahrung seiner historischen Substanz und mit viel originalgetreuer Ausstattung betrieben. Zwar macht das die Sache für die Inhaber nicht immer einfach – für den Gast hingegen bedeutet ein Aufenthalt in den originalgetreuen Räumlichkeiten ein unauslöschliches Erlebnis. Die würdevolle Patina, die kleinen Makel und ehrenhaft ertragenen Blessuren sprechen Bände und lassen den aufmerksamen Beobachter in eine Zeit entschweben, wo alles noch ein bisschen gelassener zu- und herging.

Verträumtes Kleinod aus einer anderen Zeit.

Eine kostbare Rarität
Man fühlt sich Thomas Mann nahe und Hermann Hesse, die ebenfalls hier logierten. Denkt an die zahlreichen anderen illustren Gäste, die hier verkehrten, und kann erahnen, wie reich an Charme und Charakter diese Zeiten waren. Heutzutage sind solch liebevoll zur Geltung gebrachten Schmuckstücke wie das Waldhaus eine kostbare Rarität und demzufolge unersetzlich: zum Verweilen, Entdecken, Erleben und zum Verlieben.

  • Waldhaus Sils

  • Urs Blöchliger

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