Maprox

14. Juni 2017
Leidenschaft für Technologie

Das Juwel von Wetzikon

35 Jahre sind genug. Der Inhaber des kleinen Technologie-Unternehmens Maprox, Max Maurer, zieht sich zurück. Damit das nicht gleichzeitig das Ende der Firma ist, suchte er einen Nachfolger. Maurer hat ihn in der Person von Adrian Zwirner gefunden; nun läuft der Übergabeprozess.

Wäre das Temperament der Indikator, Adrian Zwirner hätte wohl kaum Chancen auf den Chefposten gehabt. Diesbezüglich könnten Noch- und Bald-Inhaber unterschiedlicher nicht sein. Zum Glück aber haben sich die Wege der beiden ungleichen Männer gekreuzt. Erstens ergänzen sie sich ganz wunderbar und zweitens haben sie etwas Elementares gemeinsam: die Leidenschaft für Technologie.

Potential erkannt
Max Maurer ist ein akribischer Tüftler, der aus der kleinen Industrie-Firma aus Wetzikon im beschaulichen Zürcher Oberland mit Hartnäckigkeit und Kompetenz einen weltbeachteten Mitspieler in einer Nischensparte gemacht hat. Mit «Lösungen für Messtechnik und Feinmechanik» notabene. Klingt beim ersten Mal hinhören nicht wirklich sexy. Ist es aber schon. Der designierte Maprox-Besitzer Adrian Zwirner hat dieses Potential erkannt, ein Mann mit tausend Ideen und zweitausend Lösungen. «Innovation. Entwicklung. Digitalisierung. Expansion», zählt der neue Chef auf und erwähnt damit nur einige der Themen, die er ein- oder durchführen will, ohne der Maprox ihre Identität zu nehmen.

Kurze Entscheidungswege
Er will und wird die kleine, kompakte Firma für die Zukunft fit machen. Nicht, dass sie bis jetzt verstaubt war. Andererseits ist eine Firmenübergabe immer auch eine Chance für Anpassungen. Genau als das verstehen es Maurer und Zwirner. Letzterer freut sich über die kurzen Entscheidungswege, die einfache, aber dennoch stabile Rechtsform der GmbH, das solide Fundament. All das ist ideal für den Mann, der unter anderem in Weltkonzernen wie Alstom oder Sulzer für die Entscheidungsprozesse halbe Jakobswege, sprich lange Strecken, gehen musste.

Maprox ist positioniert und etabliert
Nach 21 Jahren mitmachen und mitspielen hat Max Maurer die Firma 2003 gekauft, auf dem Weltmarkt neu positioniert und etabliert, hat Hürden genommen, den Frankenschock verdaut, gute Leute eingestellt und wieder verloren, einen privaten Schicksalsschlag überwunden und dabei nie die Zuversicht verloren. Nun lässt er los. «Das fällt mir nicht ganz leicht», erklärt der Patron, doch die Zeit für die Übergabe sei nun gekommen. «Ich möchte raus. Und doch immer wiederkommen können.» Nachfolger Zwirner strahlt. «Genauso machen wir es.»

Skepsis verflog rasch
Den ersten Kontakt hat ein gemeinsamer Bekannter hergestellt. Dann ging es zwar schnell, aber nicht reibungslos. «Als ich das erste Mal mit der Maprox und der Idee der Übernahme in Kontakt kam, war ich begeistert», erzählt Adrian Zwirner. Doch dann sei die Unsicherheit gekommen. Und das Herzklopfen. 20 Jahre hätte er stets für Multis gearbeitet, darunter auch Mega-Konzerne, und nun plötzlich in einem Kleinbetrieb? Doch die Skepsis verflog rasch. «Die Struktur der Firma ist fantastisch», schwärmt Zwirner. «Die Flexibilität, die Agilität, das ist sensationell.»

Die richtige Wahl
Jetzt leuchten die Augen vom Max Maurer, der still daneben sitzt und seinen Nachfolger in den höchsten Tönen über sein Lebenswerk reden hört. Noch ist der Gründer an Bord. «Ich würde ins Bodenlose fallen, wenn Max jetzt aufstünde und ginge», gesteht der Bald-Besitzer ehrlich. «Ich kann mir die Maprox ohne ihn gar nicht vorstellen», so Zwirner, «er kennt alle und alles, alle kennen ihn». Doch es wird der Moment kommen, wo Maurer nicht mehr da ist. Und dann? «Das macht mir keine Sorgen», so der Gründer. «Adrian war die richtige Wahl. Er ist zudem lernfähig und sein Verkaufs-Know-how Gold wert», meint Maurer mit einem Schmunzeln.

Ideen im Köcher
Der kreative Marketingmann mit dem Drang, die für ihn neue Technologie bis ins Detail verstehen zu wollen, und der unermüdliche Gründer mit der unkomplizierten Loslass-Haltung haben sich gefunden. Das ist rundum spürbar. So steht der geordneten Übergabe nichts im Weg. Und wenn sich Noch-Chef Max Maurer etwas wünschen könnte, dann wäre das einzig eine grössere Produktionshalle. Man darf aber, so vermute ich, davon ausgehen, dass Neu-Chef Adrian Zwirner auch in dieser Angelegenheit bereits die eine oder andere Idee im Köcher hat. Und sie zu gegebener Zeit auch realisieren wird. Gut, haben sich die Wege dieser zwei Herren gekreuzt und schön, darf ich darüber berichten.

  • Karine & Oliver

  • Stefan Del Fabro

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du mitreden?
Sag uns, was du denkst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.