Certina im Härtetest

13. Juni 2017
Taucheruhr mit Geschichte

Certina DS: Doppelte Sicherheit

Mein Herz, soviel Ehrlichkeit muss sein, gehört seit meiner Jugend der Uhrenmarke mit der kleinen Krone. Diese Leidenschaft hat ihren Preis. Einen recht hohen, darf man sagen. Ob der immer gerechtfertigt ist, das vermag ich nicht objektiv zu beurteilen. Ich weiss aber, dass es für den Liebhaber von soliden Zeitmessern gute Alternativen gibt. Die DS Action Diver von Certina zum Beispiel. Sie sieht gut aus, beeindruckt mit einer robusten Machart und ist preiswert.

Prinzipiell, das gehört an den Anfang dieser Geschichte, gibt es für mich nur einen Grund, warum ich eine Uhr trage. Warum ich eine Uhr tragen will: Weil sie mir hilft, den Tagesablauf zu strukturieren. Nicht nur im Büro, auch wenn ich mich draussen im Rhythmus der Natur bewege. Selbst im Urlaub trage ich meine Uhr Tag und Nacht. Ein kurzer Blick auf die aktuelle Zeit hilft mir, die Empfindung gegenüber meiner limitierten Lebenszeit zu steigern und sie bewusster zu erleben. Ich will mich also auf die Uhr verlassen können. Alles andere, das ganze Gehabe um Statussymbol und dergleichen mehr, hat für mich keine Priorität. Lässigkeit und Schneid ergibt sich bei authentischen Menschen von selbst. Der Rest ist aufgesetzt. Punkt.

Gütesiegel «Doppelte Sicherheit»
Meine erste mit eigenem Geld erstandene Uhr war eine Certina. Eine DS-2, um genau zu sein. Das war irgendwann in den späten 1970er Jahren. Schon damals waren die Uhren von Certina bezahlbar und ich entsinne mich, dass mir der Kaufentscheid ziemlich leicht fiel. Ausschlaggebend dafür waren das Gütesiegel «Doppelte Sicherheit» sowie das Schildkröten-Logo auf dem Gehäuseboden. Beides schien mir eine Zusicherung, dass die Uhr widerstandsfähig und wasserdicht sei. Ein Versprechen übrigens, das rundum eingehalten wurde.

Die Probe aufs Exempel
Was damals war, kann heute nicht viel anders sein, dachte ich mir. Und weil Papier bekanntlich geduldig ist, wollte ich die Probe aufs Exempel machen. Unbeaufsichtigt und befreit von Vorgaben testete ich das oben genannte Modell während meines letzten Maledivenurlaubs auf Herz und Nieren. Hört sich brachial an, ist es aber nicht. Schliesslich bin ich gar nicht in der Lage, in die Grenzbereiche dieser Uhr vorzudringen. Niemand taucht in eine Tiefe von 200 Metern. Zu wissen, dass zumindest die Uhr dies theoretisch könnte, gibt einem trotzdem ein gutes Gefühl.

Ohne Wenn und Aber
Punkto Genauigkeit hingegen will ich keine Abstriche machen. Auch nicht bezüglich Optik und Haptik. Das muss passen – ohne Wenn und Aber. Die mit Leuchtmasse belegten Indizes müssen in der Nacht und unter Wasser problemlos ablesbar sein und im Inneren der Uhr soll ein Automatikwerk ticken. Auch da bin ich kompromisslos. Quarz ist für mich keine Option.

Ausgesprochen robust und präzis
Apropos Genauigkeit: Ich bin nicht so der Technikfreak, habe mir von einem alteingesessenen Zürcher Uhrmacher aber erklären lassen, dass das in meiner Uhr verbaute Automatikwerk der ETA SA durch Langlebigkeit überzeugt und dafür bekannt ist, technisch ausgereift zu sein. Das verwendete Kaliber 2824-2 sei zudem ausgesprochen robust und präzis. Hinzu komme, erklärte mir der Profi weiter, dass die Ersatzteile, sollte denn doch einmal etwas sein, kostengünstig und leicht zu beziehen sind.

Keine Träumerei
Im Allgemeinen sind mechanische Uhren nicht ganz günstig. Sollen sie im Besonderen auch noch zuverlässig und solid sein, erst recht nicht. Die DS Action Diver hingegen muss für keinen Interessenten eine Träumerei bleiben. Als ich diesen Beitrag schrieb, kostete sie unwesentlich mehr als das neuste Apple iPhone 7 – mit dem Unterschied, dass die Uhr auch dann noch verlässlich Datum und Uhrzeit anzeigt, wenn das Telefon schon längst wieder Schrott ist. Man möge mir diesen Vergleich verzeihen, doch er trifft den Nagel ziemlich genau auf den Kopf.

  • Urs Blöchliger

  • Urs Blöchliger

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