CEO Wittmann AG

6. März 2017
APROPOS WOHNEN

Brachliegendes Potential

Frankenstärke, damit verbunden Einkaufstourismus, Online-Handel und eine partielle Übersättigung der Konsumenten – Vieles spricht gegenwärtig nicht gerade für den Möbelhandel. Die schrumpfenden Margen auch nicht. Eine amtlich bescheinigte Lösung für diese Misere kann ich nicht anbieten. Eine Idee hingegen, wie man die Situation ein bissel entschärfen könnte, die hätte ich schon:

Wie ich das sehe, ist unsereiner nicht imstande, die eingangs genannten Gesetzmässigkeiten auszuhebeln. Danebenzustehen und in den Katzenjammer einzustimmen ist aber auch keine Nahrung für das Selbstwertgefühl. Zudem entzieht einem dieses Nichtstun wertvolle Energie und macht müder, als wenn wir «richtig arbeiten» würden. Bringen wir unseren Kreislauf also ein bisschen in Schwung, gehen an der frischen Luft spazieren und denken darüber nach, mit was wir unsere Kunden überraschen könnten. Oder gar begeistern.

An Trümpfen anknüpfen
Flaniert man nun so dahin, atmet gesunde Waldluft ein und schüttelt den Alltagsmief ab, werden die Gedanken schnell leicht. In diesem Zustand wird einem, quasi schrittweise, bewusst, was ausser «tadellose Qualität gegen gutes Geld» tatsächlich entscheidend ist: nämlich Service und Dienstleistung. Tugenden notabene, für die wir Schweizer einmal weltberühmt waren. Jetzt könnte man, wenn man denn wollte, an diese Trümpfe anknüpfen. So falsch wäre das wohl nicht und ich wage zu behaupten, dass hier grosses Potenzial vorhanden ist. Es liegt halt momentan nur ein bisschen brach.

Nachhaltig, sicht- und spürbar
Wie das im Detail funktionieren kann, erkläre ich in meinem nächsten Beitrag – soviel aber will ich bereits jetzt verraten: Die Weiterentwicklung der Qualität von Produkten ist kostenintensiv und, zumindest ab einem gewissen Niveau, schwer zu beweisen. Andererseits ist die Intensivierung von Servicequalität ziemlich preiswert, denn die hat hauptsächlich etwas mit der richtigen Einstellung zu tun. Und jetzt kommt der Clou: sie ist nachhaltig, sicht- und spürbar. Und wenn ich beim nächsten Mal noch den Beweis erbringe, dass Kunden mit einer hohen Affinität zu einem guten Service weniger preissensibel sind, dürfte ich ihre Aufmerksamkeit endgültig haben, schätze ich.

Über den Autor
Antonio Lionti ist CEO und Innenarchitekt bei Wittmann AG Schweiz.
1983 – 1986 studierte Lionti an der Kunstschule in Zürich. Kunst, Kultur und Umwelt sind ihm wichtig und das Wohnen ist seine Leidenschaft.

  • Karine & Oliver

  • Antonio Lionti

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