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Magazin Zürich | Urs Blöchliger | Leo, der Publizist


Unverschämte Editorials

Was heisst Talent? Was heisst beseelt sein? Was heisst, ein Meister seines Faches zu sein? Die Antwort gibt uns die Arbeit von Urs Blöchliger. Der von sich selbst sagt: «Qualität kommt vom Wort Qual!» Eine Analogie, auf die man zuerst einmal kommen muss. Ob sie aber auch richtig ist? Kommt Qualität wirklich von Qual? Kommt Qualität nicht eher von Lust? Eine Antwort darauf gibt uns das Wort Leidenschaft. Niemand würde behaupten, dass erfolgreiche Berufsleute nicht Lust auf ihre Arbeit haben. Lust verspüren, während sie an ihrem Werk arbeiten. Schlicht: leidenschaftliche Menschen sind.

 
 
Giovanoli Sport


Giovanoli Sport in Sils Maria

Wer nach Sils kommt, der tut das in der festen Absicht, sich wohlfühlen zu wollen. Hier, wo die Uhr langsamer tickt, der Himmel tiefblau, die Herbstlärche golden und die Luft klar ist. Dort, wo der Silsersee die Szenerie prägt und der Mensch zur Natur noch Sorge trägt, weil sie sein Kapital ist.

 
 
Urs Blöchliger, Publizist


Richten Sie’s mal

In Tat und Wahrheit ist die Sache recht einfach. Unser Reichtum liegt in der Geschichte der vergangenen 90 Jahre begründet und stützt sich auf drei Ursachen: ständiger Frieden, das Nachkriegswachstum unserer geografischen Nachbarn und die aus dem 19. Jahrhundert geerbte Branchenstruktur.

 
 
Magazin Zürich | Urs Blöchliger | Leo, der Publizist


Volksverdummung

Uns geht es nicht gut. Soviel ist mal klar. Nicht nur, weil wir prinzipiell zu viel Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen verbringen. Unsere geistige Leistungsfähigkeit nimmt auch ab, weil wir uns alles brühwarm und sorgfältig vorgekaut servieren lassen. Und den ganzen Scheiss und all das zusammengelogene Zeugs auch noch glauben. Will sagen, weil wir nicht genügend selbständig denken. Oder zumindest mitdenken.

 
 
Magazin Zürich | Urs Blöchliger | Leo, der Publizist


Bin doch nicht blöd

Oder etwa doch ein bisschen? Denn eins will mir einfach nicht in die Birne: Wie konnte sich in unserem westlichen, auf Qualität und Bildung bedachten Gedankengut die Idee etablieren, billig sei clever? Ich meine, ist der Verbraucher geistig tatsächlich wach und weiss er, was hinter den Kulissen abgeht? Welch hässliche Konsequenzen Billigproduktionen haben?

 
 
Magazin Zürich | Urs Blöchliger | Leo, der Publizist


Geht nicht gibt’s nicht

Unser Primarlehrer aus der fünften Klasse hiess Robert Walter. Eine seiner Macken bestand darin, die Leistungsanforderungen an uns mit Aphorismen zu unterstreichen. Im Klartext hiess das dann beim Rundenwaldlauf etwa: «Einmal ist keinmal, zweimal ist zu wenig».

 
 
Urs Blöchliger, Publizist


Quasi ein Naturgesetz

Ob es uns passt oder nicht: Der Markt hat immer recht! So lautet nun mal das erste Gebot der liberalen Ökonomie. Und das gilt nicht nur für den Finanzmarkt, sondern generell dort, wo Ware, Angebot und Nachfrage frei zusammentreffen. Dieses Gesetz ist nicht gut oder schlecht, es ist einfach da. Und man kann es genauso wenig abschaffen wie die Schwerkraft – es ist quasi ein Naturgesetz.

 
 
Urs Blöchliger, Publizist


Falscher Fuffziger

Der aufmerksame Leser fragt sich vielleicht, weshalb wir bereits nach sieben Ausgaben unseren Auftritt geändert haben. Ich sag es Ihnen: Reine Taktik. Politik. Nichts weiter. Ich sag Ihnen auch warum: Weil wir immer häufiger kopiert oder nachgeahmt werden. Weil wir keine Lust haben, fortwährend verwechselt zu werden und schliesslich im Mainstream zu versinken. Darum. Und damit bin ich auch bereits beim Thema angelangt. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

 
 
Urs Blöchliger, Publizist


Meine These

Geniale Sache, so ein Editorial. Es gibt mir die Möglichkeit, auch ungefragt meine Meinung kundzutun und Kommentare abzugeben. Und das Tolle ist: dieses Teil wird aufmerksam gelesen. Wirklich wahr! Darum nutze ich Schlaumeier diese Möglichkeit, in dieser Ausgabe eine offenbar brennende Frage zu klären und räume zeitgleich mit einem Klischee auf.

 
 
Magazin Zürich | Urs Blöchliger | Leo, der Publizist


Keiner hatte Schuld, nur wir selber

Als Jahrgang 1962 hatte ich das Privileg ein einzigartiges Jahrzehnt mitzuerleben. Teilweise wenigstens und als Knirps natürlich. Aber immerhin. Die flippigen 70er Jahre bekam ich dann schon selbständiger mit und die 80er erwischten mich voll (in viel zu engen Jeans und spitzen Schuhen). Breitseite. Das ganze Programm. Trotz der damals schmerzlichen Erfahrungen muss ich rückblickend feststellen: Besser wurde es nie mehr.