Villa Orselina

25. Oktober 2016
Hoch über dem Lago Maggiore

Villa Orselina

Wie man heutzutage ins Tessin kommt, fragen Sie mich? Ganz klar mit dem Zug. Als Kind kannte ich es nicht anders und heute ist es wieder en vogue. Schlicht und einfach weil es Zeit spart, bequem ist und Spass macht. Ein Beispiel dafür ist unsere Reise von Zürich nach Locarno in die Villa Orselina. Hier der Bericht dazu: «potenzialmente porta a porta».

Es war noch dunkel, als wir in Bonstetten auf dem Perron standen, und recht kühl. Der Zug nach Zug (welch ein Wortspiel!) wo wir umsteigen mussten, traf pünktlich um 05:59 ein. Etwas gar zeitig, doch wir wollten etwas vom Tag haben und hatten uns darum für die Early-Morning-Variante entschieden. Apropos Umsteigen: Das dauerte schlappe sieben Minuten und war ein Kinderspiel. Anschliessend konnten wir bis Locarno, Ankunft 09:13, sitzen bleiben, die Aussicht geniessen, zwischendurch einnicken und uns auf das freuen, was der Tag noch alles bringen würde. Und das war, möchte man zu diesem Zeitpunkt «un po» vorgreifen, allerhand.

Ratz-fatz den Berg hinauf
Will man von Locarno zur Villa Orselina hoch, nimmt man die Funicolare. Das ist Locarnos historische Standseilbahn schräg vis-à-vis dem Bahnhof. Das sympathische Bähnchen, in Betrieb genommen 1906, beförderte uns, entlang dem Bach Ramogna, vorbei an eleganten Anwesen und der prächtigen Madonna del Sasso, ratz-fatz den Berg hinauf. Von hier sind es noch vier Minuten Spaziergang zum Hotel – inklusive dem Halt, um die Wallfahrtskirche abermals bewundern zu können. Diesmal von oben.

Der Empfang in der Villa Orselina war ungefähr so wie die Reise dahin: «in qualche modo perfetto!» Freudestrahlend und mit offenen Armen empfing uns Nadia Riboni, als wären wir alte Freunde oder hochgutbetuchte Gäste. Beides ist nicht der Fall (wir waren noch nie hier und meine Finanzkraft ist in etwa so limitiert wie das Valle Verzasca eng ist). Nichtsdestotrotz, wir wurden willkommen geheissen und umsorgt wie Könige. Dergleichen lässt man sich natürlich gerne gefallen.

Tessiner Gemütlichkeit halt
Sie merken es sicherlich, die Villa Orselina ist ein Ort, an dem es sich mit Leichtigkeit einige Tage aushalten lässt. Und zwar ohne dass man auch nur einen Fuss vor die Türe setzt. Dennoch: Bombastische Aussicht und stilvolles Ambiente hin, luxuriöser Spa her, uns zog es raus, beziehungsweise rein in die Umgebung. Und dazu hatten wir einen Plan. Falsch, eigentlich hatten wir mehrere. Während wir jedoch so sassen, Prioritäten setzten und Routen zusammenstellten, schritt der Tag voran, die Zeit wurde knapp und es kam, wie es kommen musste: Der geplante Streifzug musste gekürzt werden. Das passiert einem hier so ganz nebenbei. Infolge des sich Wohlfühlens und des Umsorgtwerdens. Tessiner Gemütlichkeit halt.

Die zwei guten Seelen von der Rezeption
Am nächsten Tag aber, da haben wir es geschafft. Am übernächsten ebenfalls. Paola und Stefano, die zwei guten Seelen von der Rezeption, versorgten uns mit Empfehlungen und Informationen, die spielend für eine Woche gereicht hätten. Oder auch zwei. Also machten wir uns auf die Socken und erlebten das, was man von der Villa Orselina aus mühelos unternehmen kann. Zu Fuss, mit der Funicolare, dem Postauto und dem Schiff. Liebe Leser, das war eine ganze Menge und so zauberhaft, wie man sich das Tessin eben vorstellt. Weitaus hinreissender und vielseitiger, als ich an dieser Stelle im Detail zu berichten vermag. Mangels Zeit und verfügbarem Raum einerseits und weil ich der Meinung bin, Sie sollten das vor Ort selber erleben. Die Villa Orselina im Speziellen darum, weil sie das Tessin in seinen Farben, seiner Herzlichkeit und seinem Charme so wunderbar wiedergibt.

  • Urs Blöchliger
  • Urs Blöchliger
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