DBF001-07

24. August 2017
Die Suche nach Präzision und Schönheit

Der Zeit ein hübsches Kostüm verpassen

Es ist Zeit. Deren Zeit, eure Zeit und meine Zeit. Für jeden von uns schlägt sie denselben Takt. Ausnahmslos und mit einheitlicher Präzision. Da die Zeit für niemanden von uns ewig dauert, sollte unsereins sich ernsthaft Gedanken darüber machen, wie wir sie vertun. Auch kann es nicht schaden, wenn wir zusätzlich darüber nachdenken, mit welchem Schick wir uns diese Sekunden, Minuten, Stunden und Tage anzeigen lassen wollen.

Nein, Stephen Hawking hat die Zeit nicht erfunden. Das Genie hat sich aber ernsthaft mit ihr auseinandergesetzt. Und damit jeder kapiert, was er so tut und worum es geht, hat er seine Betrachtungen über die Entstehung des Universums, Schwarze Löcher, das Wesen der Zeit und die Suche nach der Weltformel in seinem Buch «Eine kurze Geschichte der Zeit» zusammengefasst und veröffentlicht. Ein Bestseller übrigens, der millionenfach verkauft wurde. Im Gegensatz dazu ist die Geschichte der Uhr beinahe simpel, denn unterm Strich geht es hier um die Suche nach Präzision und Schönheit. Soviel mal vorab.

Zeitmesser, die zuverlässig sind und bequem zu bedienen
Einst war das ganz anders. Als die Zeit der naturgegebene Übergang von Tag und Nacht war, ein Wechsel der Jahreszeiten. Damals erlebten die Menschen die Zeit nicht eindimensional, sondern betrachteten sie als ewigen Kreislauf. Um Tageszeiten zu benennen, sagten sie «wenn der Hahn kräht», «wenn die Sonne am Zenit steht», «nach Sonnenuntergang» und «mitten in der Nacht». Je moderner der Mensch wurde, um es kurz zu machen, desto mehr verlor er den Bezug zum Rhythmus der Natur, wollte von den Jahreszeiten, von hell und dunkel unabhängig sein, hatte dafür das Bedürfnis, feste Termine zu vereinbaren und dort pünktlich zu erscheinen. Und weil jeder Einzelne für diesen neuen Umgang mit der Zeit selber verantwortlich war, mussten Zeitmesser her, die zuverlässig waren und bequem zu bedienen.

Etwas über die Persönlichkeit des Trägers aussagen
Machen wir jetzt einen weiteren Sprung nach vorne, sind wir quasi in der Gegenwart. In diesem Hier und Jetzt hat die Bedeutung von Uhren nochmals zugenommen. Insbesondere darum, weil ein schöner Zeitmesser Ansehen verspricht und etwas über die Persönlichkeit des Trägers aussagt. Oder, um es präziser zu formulieren, etwas aussagen kann: Persönlichkeit, genauso wie Stil, hat nämlich nicht das Geringste mit Grosstuerei, Protz und Geld zu tun, sondern damit, authentisch zu sein, sich gut auszudrücken und jederzeit von der besten Seite zu zeigen. Insbesondere darum ist es mir stets ein Rätsel, warum sich Menschen aller Art mit Uhren schmücken, die weder ihrem Wesen noch ihrer Gehaltsklasse entsprechen. Hauptsache gross, teuer und von der Sorte, die rund um den Globus in aller Munde ist.

«Ein prüfenswerter Gegenentwurf zum gesichtslosen Mainstream.»

Stammt aus der ältesten Uhrenfabrik der Schweiz
Wen es interessiert, für den habe ich allenfalls eine Alternative. Eine, über die ich zufällig gestolpert bin. Besser gesagt, ein Freund hat mich darauf aufmerksam gemacht. Notabene ist dieser Freund Direktor auf Schloss Hünigen und präsentiert die Marke DuBois et fils in den Hallen des Hauses. Eine Marke, so bin ich nach sorgfältiger Prüfung zur Ansicht gekommen, die sich von der Masse abhebt, erschwinglich ist, vornehm zurückhaltend kommuniziert und, jetzt kommt der Clou, aus der ältesten Uhrenfabrik der Schweiz stammt. Und mit dieser letzten Erklärung, so finde ich, ist viel gesagt. Ich sage nicht, die Uhren von DuBois et fils müssen passen. Was ich sage ist, sie sind ein prüfenswerter Gegenentwurf zum gesichtslosen Mainstream.

Weil wir das so möchten
Und damit das Ende mit dem Anfang übereinstimmt, sage ich abschliessend noch dies: Nein, ich finde nicht, dass wir zu wenig Zeit haben. Das ist eine Mär. Wir nutzen die uns zur Verfügung stehende Zeit nur nicht richtig. Das ist der Punkt. Und was wir ebenfalls tun sollten: der Zeit, die wir haben, ein hübsches Kostüm verpassen. Mit einer Uhr, an der wir Tag für Tag Freude haben. Nicht, weil wir das dringend brauchen, sondern weil wir das so möchten. Wir gucken eh täglich x-mal auf die Armbanduhr oder sonst in eine Richtung, wo wir die Zeit ablesen können. Wenn das schon derart häufig der Fall ist, dann darf es auch mit etwas Klasse geschehen.

  • DuBois et fils

  • Urs Blöchliger

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du mitreden?
Sag uns, was du denkst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.