Schreibwaren Manufaktur

27. Dezember 2016
Wert der Handschrift

2017 – sei geküsst

Wir schreiben das Jahr 2017. Schreiben 2017. Und ich frage dich jetzt nicht: Was hast du dir fürs neue Jahr alles vorgenommen, was willst du ändern, anreissen, abhaken, tun? Frag dich lieber selbst: Wie willst du dich fühlen? Und: Wer willst du sein?

To do: Kiss June!
Johnny Cash. Bei jedem Jahreswechsel denke ich an Johnny Cash. Dieses Jahr, letztes Jahr, das Jahr zuvor. Obwohl er 2003 gestorben ist und wohl leider nicht wieder kommt, jedenfalls nicht leibhaftig. Aber immer dann, wenn jemand das neue, noch unverdorbene Jahr mit «guten Vorsätzen» besudelt, denke ich an To-do-Listen. Und immer dann, wenn ich an To-do-Listen denke, denke ich an Johnny Cash. Weil der grossartige «Man in Black», wie man ihn auch gerne nannte, eine der besten To-do-Listen geschrieben hat, von der ich je gehört bzw. die ich mir irgendwann mal ergoogelt habe. Und diese Liste liest sich so:

Not Smoke.
Kiss June.
Not kiss anyone else.
Cough.
Pee.
Eat.
Not eat too much.
Worry.
Go see Mama.
Practice Piano.

Wahrlich: Ein wunderbarer Plan, den der Meister da geschmiedet hat – ein Plan, der übrigens nicht für ein ganzes Jahr gedacht war, sondern für einen einzelnen und einzigen Tag.

Der prosaische Zettel, auf dem Johnny seine To-do’s notiert hat, wurde sieben Jahre nach dem Tod des Künstlers für 6’250 Dollar an einen Fan verkauft. Das habe ich gelesen. Und mir dabei gedacht: So viel können ein paar handschriftlich notierte Aufgaben also wert sein. Ganz schön beeindruckend. Aber trotzdem, gopf! Aufzählungen dieser Art haben doch stets etwas Beklemmendes, eine Aura des «Abarbeiten-Müssens»; da wird man rasch zur Maschine, zum Gepeitschten und Getriebenen, der mit Scheuklappen übers Pflichtenfeld galoppiert und diese Dinge jagt, all diese Dinge, die erlegt und erledigt werden müssen… Check. Check. Check.

To be: der oder die Geküsste!
Wirklich checken sollten wir meiner Meinung nach dies: Viel wichtiger als die Verschriftlichung irgendwelcher To-do-Listen und guter Vorsätze à la «drei Mal in der Woche ins Yoga gehen», «nach dem Mittagessen die Zähne putzen», «endlich diese Weiterbildung machen» und «öfters das Mami anrufen» wäre es doch, sich zu Beginn eines Jahres mal ein paar wesentliche Fragen zu stellen, Seinsfragen, die beispielsweise lauten: Wie möchte ich mich fühlen? Und: Wer möchte ich eigentlich sein? Ich bin überzeugt: Eine sorgfältig erstellte To-be-Liste kann wahre Wunder wirken.

Das einzige, legitime To-do zum Jahresstart könnte meiner Meinung nach also sein: Schnapp dir einen Zettel, einen Stift, und schreib dich auf. Dich. Und was du bist, in diesem 2017.

Mögen wir alle grossartig sein – und geküsst.

Wie June.

Von Januar bis Dezember.

Dieser Text wurde zwar am Computer geschrieben, hat aber Hand und Hintergrund, basiert auf der Freude am handschriftlichen Schreiben. Er wurde im Auftrag von KAWECO verfasst, dem Hersteller von Schreibgeräten (seit 1883).

  • Kaweco

  • Andrea Keller

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