Leo, der Publizist

28. November 2016
EDITORIAL

Gartentrampoline

Keine Ahnung, wie der halbwegs heile Menschenverstand darauf kommt, man müsse sich ein solches Ding anschaffen. Kluge Beweisführungen gibt es dafür mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht. Ausflüchte, Rechtfertigungen und Notlügen hingegen sind inflationär zur Hand, wenn es darum geht, diesen Pipifax weisszuwaschen. Mir will einfach nicht in die Birne, wie phantasielos man durch sein Leben marschieren und sich (und vielen anderen) derartigen Stumpfsinn antun muss. Alternativen dazu gibt es wie Sand am Meer.

Orientierungsläufe und Sackhüpfen
Beispiele gefällig? Ja? Dann formuliere ich es mal so: Liebe Eltern, nehmt euch einen Zipfel eurer kostbaren Zeit, die Kinder an die Hand und geht mal wieder im Wald spazieren. Besucht mit Joko und Lexi einen Bauernhof, geht mit ihnen in den Zoo oder – noch origineller – in einen Tierpark. Macht es wie Professor Stachel, der clevere kleine Igel, und erklärt ihnen die Welt. Setzt euch hin und lest ihnen aus schlauen Büchern vor oder bastelt zusammen eine Baumhütte. Ein Scherenschnitt tut es vielleicht auch. Schnitzeljagden, Orientierungsläufe und Sackhüpfen sind auch Möglichkeiten, oder zusammen eine Wurst braten. Ihr könnt mit den Kindern eine Nachtwanderung machen und Glühwürmchen beobachten oder gemeinsam im Zelt übernachten. Bei Taschenlampenlicht und herbstlichen Temperaturen. Ihr könnt auf den Sportplatz gehen oder ins Museum, je nach Veranlagung und Neigung eurer Nachkommenschaft. Wer weiss, vielleicht spielt ihr euch damit selber auch etwas Gutes in die Hand.

«Ein Scherenschnitt tut es vielleicht auch.»

Ihr könnt das besser
Eine Bitte habe ich nur: Kurbelt fortan die Phantasie an und verzichtet mit Vorsatz auf kommerziellen Schrott dieser Art. Euch selber, eurem Nachwuchs, dem Nachbarn, der Umwelt zuliebe. Und ganz einfach darum, weil einige von uns im aufrichtigen Glauben sind, dass ihr das besser könnt. Ende der Durchsage. Danke fürs Verständnis!

  • Karine & Oliver

  • Urs Blöchliger

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