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Letzter Halt Bahnhofstrasse

Wer Mark van Husseling kennt, und das tun nicht wenige, der kennt den Journalisten namentlich als Verfasser von Kolumnen. Kolumnen notabene, die es in sich haben. Giftig, wie manche behaupten, sind sie zwar nicht, polarisieren hingegen tun sie schon. In eben dieser Manier, also mit spitzer Feder, tiefschwarzer Tinte und ohne Blatt vor dem Mund, hat MVH nun einen Roman geschrieben. Warum ich diesen gut finde und um was es geht, das erkläre ich hier.

Der Zeit ein hübsches Kostüm verpassen

Es ist Zeit. Deren Zeit, eure Zeit und meine Zeit. Für jeden von uns schlägt sie denselben Takt. Ausnahmslos und mit einheitlicher Präzision. Da die Zeit für niemanden von uns ewig dauert, sollte unsereins sich ernsthaft Gedanken darüber machen, wie wir sie vertun. Auch kann es nicht schaden, wenn wir zusätzlich darüber nachdenken, mit welchem Schick wir uns diese Sekunden, Minuten, Stunden und Tage anzeigen lassen wollen.

Die letzten Worte

Ella plant ihre Zukunft – und in der Zukunft liegt ein Ende. „Ich will nicht, dass in meiner Todesanzeige irgendwas von langer, schwerer Krankheit steht“, sagt sie. Das sei doch deprimierend. Also möchte sie den Text selber verfassen, zusammen mit mir. Was im ersten Moment bedrückend klingt, war befreiend: Wir tranken Rotwein, lachten, rauchten und suchten nach Worten, die ihrem Leben würdig sind.

Von feinem Essen und guter Unterhaltung

Wer mich kennt, der weiss, dass ich nicht so der Schickimicki-Typ bin. Auch in Sachen Verköstigung nicht. In der Regel sind mir deftige Gerichte, also einfach Zubereitetes, dafür schmackhaft und sättigend, lieber als all diese neumodischen Trink- und Esskulturen, die ich nicht mal aussprechen, geschweige denn korrekt um- und beschreiben kann. Auch lege ich keinen grossen Wert auf kulinarische Referenzen. Weshalb mir Gault-Millau-Punkte und Michelin-Sterne ebenfalls nicht besonders imponieren.

Im Herzen Schreiner geblieben

Der Mann hat bei den renommiertesten Küchenbaufirmen gearbeitet. Dann der Wechsel aus der, sagen wir mal, Komfortzone einer Kaderposition an die Spitze und damit in die Verantwortung beim Küchenbauer Orea. Was treibt Menschen wie David Spielhofer an? Aus welchem Grund verlässt jemand eine Weltmarke, um sich bei einem weniger bekannten Mitspieler zu engagieren? Eine Aufklärung dazu aus erster Hand.

Die Flasche und das Meer

Worte – mitsamt der Hoffnung in die Wellen entsandt. Reisedauer, Ankunftsort und Empfänger? Unbekannt. Die Flaschenpost ist quasi die Antithese zu modernen Kommunikationsmitteln wie WhatsApp. Und auch wenn es gut ist, dass nicht jeder seine Gedanken ins Meer schleudert, lob ich mir hier und da Geistreiches in der Flasche.