Schreibwaren Manufaktur

21. Juli 2016
Der perfekte Begleiter

Deutsche Wertarbeit

Der kleine, etwas dicke aus der Serie AL Sport von Kaweco Germany ist hart im Nehmen und liegt weit angenehmer in der Hand, als er auf den ersten Blick vermuten lässt. Hat man dieses Teil erst einmal erstanden und liebgewonnen, und das geht schneller als man denkt, dann ist es aus den persönlichen Besitztümern nicht mehr wegzudenken. Und die persönliche Handschrift kultiviert er obendrein.

Dass immer weniger von Hand geschrieben wird, ist ein Fakt. Nicht nur Arbeitsnotizen, auch persönliche Mitteilungen und Urlaubsgrüsse werden heute mehrheitlich über eine Nachrichten-App verschickt. Selbst die Einkaufsliste kritzeln wir nicht mehr auf einen Fötzel Papier, sondern tippen oder sprechen sie ins Smartphone. Und weil kaum noch jemand im herkömmlichen Sinne schreiben muss – hier erzähle ich aus dem Nähkästchen – verfügen immer weniger Menschen über eine schöne oder zumindest leserliche Handschrift. Tragisch, aber wahr.

Wahr ist aber auch, und das sollten wir uns zu Herzen nehmen, dass das Schreiben von Hand die Feinmotorik und die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten fördert. Will heissen: Wer von Hand schreibt, trainiert seinen Geist. Ein guter Grund, auch künftig nicht auf Stift, Notizbuch, Agenda und Schreiblock zu verzichten.

Je mehr Patina, desto besser
Apropos Stift: Ganz egal ob Griffigkeit, Schreibgefühl oder Bedienung, der Taschenkugelschreiber aus Aluminium von Kaweco überzeugt in jeder Hinsicht. Genauso wie die Qualität des Schriftbildes. Weil unsere Vorlieben aber so vielseitig sind wie wir selbst, rate ich jedem, das genannte Schreibgerät im Fachhandel persönlich zu testen. Hingegen darf man meinen Ausführungen ungesehen Glauben schenken, wenn ich sage, dass er, anders als der Füllfederhalter, keinerlei Pflege braucht und total unverwüstlich ist. Tatsächlich: Je mehr Patina, desto besser. Was wiederum auch für den Füllfederhalter gilt.

Zum Unternehmen
Die seit 1883 aufgeführte Heidelberger Schreibwaren-Manufaktur Kaweco gehört zu den ältesten Marken der Branche. Zwischenzeitlich ging es ziemlich arg drunter und drüber und die Existenz der von Koch, Weber und Co gegründeten Federhalterfabrik stand mehrmals auf des Messers Schneide, doch mit dem neuen Besitzer Michael Gutberlet, selber ein eifriger Sammler von exklusiven Schreibgeräten, kam Ruhe in das Unternehmen. Er sorgt für Kontinuität und dafür, dass Traditionen bewahrt und Innovationen vorangetrieben werden. Offenkundig mit gutem Erfolg, werden doch die nostalgisch wirkenden Schreiber im markanten Achtkanten-Design mittlerweile in der ganzen Welt vertrieben.

Der perfekte Begleiter
In unserer Wohlstandsgesellschaft lässt sich sicherlich einiges verbessern. Zum Beispiel der Umgang mit den beschränkt vorhandenen Ressourcen. Wir können aber auch etwas gegen die Umweltverschmutzung tun oder vermehrt Organe spenden, den Wasserverbrauch minimieren und besser darauf achten, wo wir einkaufen. Anderes hingegen kann exakt so bleiben, wie es ist – bis in alle Ewigkeit. Ganz einfach, weil es funktioniert. Ich nehme mir heraus zu behaupten, mein geliebter Schreiber gehört zu dieser Kategorie. Keinen Schimmer, was man hier besser machen könnte: Ich benutze ihn täglich, er ist zuverlässig, hat überall Platz, selbst in einer kleinen Westentasche, und beinahe jeder, der ihn bewusst zur Kenntnis nimmt, verliert ein lobendes Wort darüber. All das und die Tatsache, dass ich seit jeher gerne auf jeden Schnickschnack verzichte, dafür das Urige liebe und Qualität schätze, macht ihn für mich zum perfekten Begleiter.

Einen Liebesbrief oder eine Einladung verfassen
Zum Schluss noch dies: Das Schreiben von Hand ist nicht nur frei von technischen Komplikationen, es fördert auch die Konzentration und Kreativität. Sag nicht ich alleine, sondern ist belegt durch wissenschaftliche Studien. Im Gegensatz zum monotonen Tippen auf der Tastatur erfordert das Schreiben von Hand mehr Nachdenken und das wiederum verbessert den Output. Last but not least: Die eigene Handschrift ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Denkt mal darüber nach, wenn ihr das nächste Mal einen Liebesbrief oder eine Einladung verfasst. Was könnte da an Emotionen alles verloren gehen! Eine leserliche Schrift übrigens lässt sich erlernen. Alles, was es dazu braucht, ist etwas Geduld, ein Blatt Papier, am besten liniert oder kariert, und ein Schreibfüller. Den aus der Serie AL Sport von Kaweco kann ich empfehlen, aber das habt ihr euch sicherlich schon gedacht.

  • Pascal Uehli

  • Urs Blöchliger

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