Vinothek Hauser

14. September 2018
Die Rede von zwei verschiedenen Dingen

Den Wert kennen, nicht den Preis

Gutes muss nicht teuer sein. Etwas kosten darf es hingegen schon, finde ich. Um nicht zu sagen: Qualität hat ihren Preis. Das ist kein Slogan, sondern eine Binsenwahrheit. Eine zudem, die, richtig vermittelt und erkannt, so manchen Einwand entkräftet.

Wein ist meine Passion. Genauso wie andere feine Dinge, die einem das Leben verschönern und versüssen. Von Berufs wegen, also ursprünglich, bin ich aber Hotelfachmann. Genau gesagt Hotelier und Restaurateur. Die ideale Voraussetzung, um meinen kulinarischen Leidenschaften zu frönen. Optimal, um Kontakte zu Weinbauern, Weinhändlern, Hoteliers, Geniessern und Lebenskünstlern zu knüpfen. Perfekt, um in dieser Zusammengehörigkeit wertvolle Freundschaften entstehen zu lassen und zu pflegen.

So richtig ins Schwärmen geraten
Über einen solchen Brückenschlag, quasi um drei Ecken, bin ich vor einiger Zeit auch auf die Distillerie Studer gestossen. Unverhofft und unangekündigt, dafür aufgrund von freundschaftlichen Empfehlungen und vorbildlichen Referenzen. Prädikate notabene, denen ich aus purer Lust an der Sache und Neugier auf den Zahn gefühlt habe. Und bei dieser kritischen Auseinandersetzung bin ich so richtig ins Schwärmen geraten. Das Traditionshaus aus dem Entlebuch ist die Adresse für feine Destillate und tut, was sie tut, mit Überzeugung und einer klaren Haltung. Das macht sich, habe ich ganz rasch festgestellt, auch bei mir im Laden bemerkbar. Der Gin und der Rum, die ich in mein Sortiment aufgenommen habe, finden Anklang beim Kunden. Und Akzeptanz beim Preis. Weil der Kunde das Gefühl hat, dass die Leistungen seinen Erwartungen entsprechen. Oder diese gar übertreffen. Was in Zeiten der Niedrigpreisfallen und Niedrigpreiskämpfe ein viel versprechendes Signal ist.

«Aus purer Lust an der Sache auf den Zahn gefühlt.»

Ob Wein oder Schnaps: Beides braucht Zeit, um gut zu werden, beides basiert auf handwerklichem Können. Das ist kein Geheimnis, eine gewichtige Aussage hingegen schon. Begrenzte Erträge im Rebberg oder auf dem Feld, Hand- statt Maschinenarbeit, viel Zeit in Anspruch nehmender Ausbau in kleinen und grossen Holzfässern verteuern die Produktion und erklären den Preisunterschied.

Verkaufsargumente mit Fakten
Heutzutage, und da liegt die Krux, sehen die Menschen stets den Preis, nicht den Wert dahinter. Nur um das an dieser Stelle festzuhalten: Das sind zwei verschiedene Dinge. Letztlich kommt der Preis durch subjektive Kriterien und die Launen des Marktes zustande, ist also irgendwie auch Verhandlungssache. Werte hingegen entstehen aus sachlichen Betrachtungsweisen und lassen sich nur mit sorgfältigen Analysen bestimmen. Das erfordert eine gewisse Kompetenz sowie eine neutrale und wertfreie Haltung. Ich schreibe das darum, weil ich genau diesen Unterschied zu meiner Geschäftsphilosophie gemacht habe. Wo immer möglich, stütze ich meine Verkaufsargumente auf Fakten. Und da ich meine Lieferanten alle persönlich kenne, habe ich dazu auch haufenweise gutes Material. Kunden also, die wegen des Preises kaufen, werden bei mir nicht glücklich. Solche hingegen, die den werthaltigen Nutzen erkennen können, umso mehr.

  • Karine & Oliver
  • Stefan Hauser

Über den Autor
Für Stefan Hauser ist die Welt des Genusses Passion und Berufung zugleich. Dabei stellt er die Qualität in den Vordergrund und orientiert sich ausschliesslich an Produzenten, die ihn begeistern und durch Besonderheiten überzeugen.

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