Risa Hutwerkstatt

24. Januar 2017
Menschen, die einem gut tun

Freunde und Verbündete

Das, was ich tue, selbsterwerbend sein, das mache ich mittlerweile schon seit bald zwanzig Jahren. Da kommt man weit herum, lernt Leute kennen, sich selber auch, knüpft Kontakte, stösst Türen auf, reisst Wände ein und meint, in groben Zügen zu wissen, wie der Hase läuft. Das Einzige jedoch, worüber ich mir indessen wirklich im Klaren bin, ist die Tatsache, dass ohne Netzwerk und «Vitamin B» nicht viel geht. Hier die These dazu:

Das Prinzip «Vitamin B» funktioniert nach einem ganz einfachen Schema.

Die Arten, wie man seinen Berufsweg in Schwung bringen kann, sind mannigfaltig. Und der Weg zum Ziel vermutlich so vielfältig wie die Angebote im Internet, respektive so differierend wie jene, die dort ihr Wissen zum Besten geben. Meinen Erfahrungen zufolge ist jedoch nur gerade Folgendes unbestritten: dass eine happige Portion Hartnäckigkeit und Disziplin dazugehören und «Vitamin B» unumgänglich ist. Damit meine ich nicht den stoffwechselaktivierenden Vitaminkomplex, sondern die persönlichen Beziehungen, die einem im Alltag weiterhelfen. Beruflich wie privat.

Verlässlich und gut gesinnt
Das Prinzip «Vitamin B» funktioniert nach einem ganz einfachen Schema. Hier die Kurzanleitung dazu: Verstehe ich mich mit Julia gut oder gar blendend, so wird sich Hannes, den ich gleichermassen schätze, wahrscheinlich auch mit Julia verstehen. Ich stelle sie einander vor, weil ich der Meinung bin, dass beide verlässlich und mir gut gesinnt sind. Weil ich denke, dass sie zueinander passen und ich stolz darauf bin, diese Leute zu kennen. Kommen jetzt noch der Felix und der Julian dazu, dann wird die Sache erst richtig spannend. Alles klar soweit? Mehr zu den genannten Akteuren weiter unten …

Von Angesicht zu Angesicht
Sich im entscheidenden Moment am richtigen Ort befinden, über aktuelle Entwicklungen informiert sein und die richtigen Leute kennen, kann selbst das umfangreichste Fachwissen mehr als aufwiegen. Andererseits bin ich erzwungenen Gesprächen spinnefeind und finde Steh-Apéros ziemlich beknackt. Von auf locker getrimmten Begegnungsstätten halte ich mich fern, weil ich den dort anwesenden, mir fremden und karrierebettelnden Menschen nicht über den Weg traue. Wie sollte ich, ich kenne sie ja auch nicht! Zweifellos kann diese Herangehensweise ebenfalls glatt gehen, allerdings liegt mir der intime Rahmen mehr. Wortwechsel von Angesicht zu Angesicht. Da kann ich mich leichter auf den Einzelnen konzentrieren und besser abschätzen, inwiefern und wie ich mich in eine Diskussion einbringen will.

Kräfte bündeln
Wahrscheinlich lüfte ich daher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass das Pflegen von guten Kontakten der Schlüssel zum beruflichen Erfolg sein kann. Die Krux ist jedoch die, dass das Verbundensein mit zig Menschen auch höchst anstrengend ist und enorm viel Zeit kostet. Zeit, die einem manchmal fehlt, Kraft, die man nicht immer hat. Also habe ich mir einen simplen Grundsatz auf die Fahne geschrieben: Kräfte bündeln, Termine optimieren und Leerläufe minimieren. Das klappt natürlich nicht immer. Mit zunehmender Lebenserfahrung und dem nuancierten Spürsinn für konziliante Zeitgenossen aber immer besser.

Weder impertinent noch ungehobelt
Beim Zusammenbringen von Menschen geht es aber nicht immer um das Gesellige und Wohltätige. Mitunter geht es auch ums Geschäft. Manchmal auch nur um unbestätigte Sympathie oder um nackte Neugier. Das ist ganz okay und weder impertinent noch ungehobelt. Bewegt sich jeder unverkrampft auf den anderen zu und interessiert sich aufrichtig für dessen Tätigkeit, lassen sich Infrastrukturen, Wissen, Erfahrung und Marktzugänge nämlich problemlos teilen und mitbenutzen. Soviel zum Sinn und Zweck der Sache.

Alles kommt zur rechten Zeit
Das verbindende Element für ein Miteinander dieser Art ist die Idee. Die muss nicht zwingend bombig sein, sondern vielmehr eine Brücke schlagen. Vielleicht ist der messbare Gewinn daraus auch nicht immer für jeden gleich gross und unmittelbar. Und manchmal dauert es sogar ein ganzes Weilchen, bis sich der Erfolg einstellt. Doch wie sagte François Rabelais so treffend: «Alles kommt zur rechten Zeit, wenn die Menschen lernen würden zu warten.» Der Aufhänger für diesen Beitrag war ganz klar Julia Faulhaber. Respektive die Tatsache, dass die Hotelexpertin bald Geburtstag feiern wird und – diese Information wurde mir von einer guten Fee in die Hand gespielt – sich einen Hut wünscht.

Dynamisches Ensemble
Wunderbare Kopfbedeckungen wiederum, das weiss der aufmerksame Leser unserer Publikationen, produzieren Julian Huber und seine Mitarbeitenden von der Hutmanufaktur Risa. Das kleine Unternehmen im aargauischen Hägglingen liegt nur knappe 20 Fahrminuten vom Hotel Seerose in Meisterschwanden entfernt. Felix Suhner, Inhaber der Seerose, steckte mir bei einem Treffen im vergangenen Jahr, dass er stets an sympathischen Geschichten aus der Region und hiesigem Handwerk interessiert ist. Seine Gäste würden dies schätzen und zudem gründe sein Hotel unter anderem auf ebendiesen Werten. Zu guter Letzt kommt noch Hannes Kirchhof ins Spiel. Man kennt sich und das gegenseitige Schaffen aus den sozialen Medien und ich weiss, dass der versierte Fotograf in dieser Gegend so heimisch ist wie die Felchen im Hallwilersee. Einleuchtend also, dass er Teil der munteren Runde war.

Mit Feuereifer unterstützt
Auf unser Treffen vor Ort muss ich abschliessend gar nicht im Detail eingehen. Die Bilder, so denke ich, sprechen für sich. Erzählen kann ich aber so viel: Julia hat einen passenden Hut gefunden und wir andern haben sie bei der Entscheidungsfindung mit Feuereifer unterstützt. Wie gute Freunde und Verbündete das halt so tun. Währenddessen sind wir durch die Manufaktur gebummelt, haben hier und da Halt gemacht, uns von Julian Arbeitsschritte erklären lassen, über uralte Maschinen gestaunt und uns für Hannes in Position geworfen.

Ohne Drang und Gier
Auch, dass wir uns querbeet bestens verstanden haben, scheint mir offenkundig. Ganz nebenher, ohne Drang und Gier, wurden obendrauf Gemeinsamkeiten abgeklopft, Möglichkeiten ausgelotet, Weichen gestellt und das eine und andere aufgegleist. Ob daraus etwas wird? Wer weiss! Sie werden es sicherlich erfahren, wenn wir darüber berichten. Vielleicht braucht es noch ein bisschen Zeit bis dahin. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass da etwas kommt.

  • Hannes Kirchhof

  • Urs Blöchliger

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