Leo, der Publizist

24. April 2017
EDITORIAL

Säg mal, gaht’s eigentli no?!

Sie leben in Deutschland, lassen es sich dort gut gehen und wollen mehr Macht für Erdogan. Kürzlich hat eine deutliche Mehrheit der Türken, die in Deutschland am Referendum teilgenommen haben, nämlich über 63 Prozent, für ein autoritäres Präsidialsystem unter Recep Tayyip Erdogan gestimmt. In der Türkei selber waren es noch rund 54 Prozent. Fällt da was auf?

Mich erstaunt in höchstem Masse, dass Menschen, die notabene in Freiheit und Demokratie leben, dafür stimmen, dass in ihrem Ursprungs- oder Vaterland die Volksherrschaft abgeschafft wird. Irgendwer, so dünkt mich, hat hier überhaupt nichts kapiert: Da lebst du putzmunter und quasi risikolos in einem Gastgeberland, profitierst von den Annehmlichkeiten einer Demokratie, gehst dort zur Schule, machst eine Ausbildung, besuchst allenfalls die Universität, verdienst ordentlich Kohle und im selben Atemzug plädierst du für ein System, dass die Todesstrafe einführen will, kritische Menschen inhaftiert, politische Gegner einkerkert und Europa droht? Säg mal, gaht’s eigentli no?

«In anderen Worten ausgedrückt: Die Kacke ist am Dampfen!»

Hundsgemeiner Seitenhieb
Man muss sich das mal vorstellen: Während Istanbul und Ankara mit Nein votierten, stimmten Berlin, Hamburg und München mit Ja. Diese Blödiane schiessen sich nicht nur in den eigenen Fuss, denn Deutschland kann und darf dieses abstruse Gebaren nicht auf sich sitzen lassen, es ist auch ein hundsgemeiner Seitenhieb auf die eignen Landsleute, die vor Ort den ganzen Scheiss ausbaden müssen.

Ich weiss, es werden jetzt zuhauf Thesen zu Papier gebracht, wie und unter welchen Bedingungen ein solches Ergebnis zustande kommen konnte. Darunter werden auch Argumente zu finden sein, die an und für sich logisch sind und überzeugend scheinen. Fakt aber ist, dass das Wahlergebnis vom Ostersonntag Konsequenzen nach sich ziehen wird, welche über reine Fassungslosigkeit hinausreichen. In anderen Worten ausgedrückt: Die Kacke ist am Dampfen!

  • Karine & Oliver
  • Urs Blöchliger
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