Kandahar

11. Januar 2018
Warme Füsse inbegriffen

Qualität, Tradition und Etikette

Herbert von Karajan trug Schuhe von Kandahar. Charlie Chaplin und andere Berühmtheiten genauso. Und Kolumnist Mark van Huisseling, ebenfalls mit dem prominenten Felltreter unterwegs, erzählt, dass ihn in Gstaad, auf der Sesselbahn zum Wasserngrat, eine Dame ansprach: «Ich liebe Ihre Schuhe, erzählen Sie mir mehr darüber.»

«Diese Schuhe wurden für Minustemperaturen erfunden.»

Mark van Huisseling, er trug zu diesem Zeitpunkt das Modell Cresta aus der Kollektion Celebrity, tat daraufhin, was ein Kolumnist so tut, nämlich seine Meinung kund und erzählte der Dame (sie kam aus Kasachstan, studierte in Genf, war in deutscher Begleitung und machte in Gstaad Winterurlaub) alles, was er über das Familienunternehmen in Gwatt bei Thun wusste. Und das war nicht wenig, denn ein Mark van Huisseling hat nicht nur, er weiss, was er hat und er zelebriert, was ihm gefällt. Und das mit Passion und der nötigen Haltung. In besagtem Fall mit dem Resultat, dass die Dame ebenfalls Schuhe von Kandahar haben wollte. Am liebsten sofort und dazu mehrere Paare.

Ich kann die Motivation der Dame aus Kasachstan in jeder Hinsicht nachvollziehen. Hier der stilsichere MvH, der zu begeistern weiss, dort Kandahar, die in Reinkultur umgesetzte Marke Armbrust (auf neudeutsch Swissness). Überzeugender kann ein Produkt wahrscheinlich nicht propagiert werden. Ausser vielleicht damit, dass in Gwatt bei Thun Schuhwerk tatsächlich noch als Handwerk verstanden wird. Und dies seit über einem Dreivierteljahrhundert. Die Modelle heissen Palace, Alpina oder Cresta und sind wohl die verlässlichsten Winterschuhe überhaupt. Ohne Schnörkel und Schischi, dafür aus strapazierfähigem Leder oder edlem Fell, mit griffigen Profilsohlen, wasserdicht und mit kuscheliger Lammfellfütterung. Kalte Füsse? Fehlanzeige. Diese Schuhe wurden für Minustemperaturen erfunden.

Stilgerechte Umgebung
Apropos Handwerk: Bei einem lockeren Schwatz erfuhr ich, dass der Fotograf Axel Kirchhoff eine Fotostory geplant und Kandahar-Inhaber Manuel von Allmen eigens dafür einen fuchsia-pinken Cresta produziert hat. Ein kleines Kunstwerk, das wir nun, infolge einer glücklichen Fügung, verlosen wollen. Und weil ich finde, dass diesem Meisterstück der passendende Rahmen gebührt, holte ich den Direktor vom Guarda Val, Ralph Treuthardt, mit ins Boot. Die Gründe dafür liegen auf der Hand, denn erstens stehen beide Namen für Qualität, Tradition und Etikette, und zweitens bietet das Guarda Val die stilgerechte Umgebung. Und weil Ralph Ralph ist, tut er sein Ding dazu, respektive legt eine Übernachtung im Doppelzimmer obendrauf.

Im Januar kann der Schuh an der Rezeption vom Guarda Val bestaunt werden. Und im Februar dann gewonnen. Inklusive der besagten Übernachtung im romantischen Maiensäss-Hotel. Die Bedingungen dazu sind einfach und die Mittel und Wege transparent. Das Gewinnspiel wird auf den sozialen Medien ausgeschrieben und die glückliche Gewinnerin nach allgemein gültigen Regeln informiert. Aber das ist dann eine andere Geschichte.

Billig kaufen ist zweimal kaufen
Zu dieser Geschichte hingegen gehört ein tauglicher Schluss und der geht so: Es gibt Dinge, die sind unschlagbar. Die will man haben. Koste es, was es wolle. «Das kann ich mir nicht leisten», ist dann der falsche Ansatz. Man würde sich besser fragen, «Wie kann ich mir das leisten?» Böse Zungen, wenn sie denn wollten, könnten mir jetzt unterstellen, diese These sei bei Anschaffungen, die, sagen wir mal, kostspielig sind, unnütz. Mit etwas Distanz aber und bei Lichte betrachtet findet der wertgeschätzte Kunde, so wage ich zu behaupten, von allein heraus, dass dieser Standpunkt schon seine Richtigkeit hat. Und Hand und Fuss. Billig kaufen ist zweimal kaufen, sagt dann die Stimme der Vernunft, während die Stimme des Respekts meint, dass für ein Stück Schweizer Handwerk mit rund 200 aufwendigen Arbeitsschritten, um beim Beispiel Kanadhar zu bleiben, Preise zwischen 600 und 1’200 Franken ziemlich moderat sind.

Kolumnist Mark van Huisseling, sagt mein Gefühl, so habe ich ihn kennen und schätzen gelernt, würde diese Auffassung wohl teilen. Ob die Kasachin damit genauso einverstanden wäre, entzieht sich meiner Kenntnis. Und ob sie sich über derlei Sachen überhaupt den Kopf zerbrechen muss, das steht, hübsch zwischen den Zeilen versteckt, anderswo geschrieben. Nämlich hier und im O-Ton.

  • Axel Kirchhoff

  • Urs Blöchliger

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