Urs Blöchliger, Publizist

10. Januar 2012
Editorial

Quasi ein Naturgesetz

Ob es uns passt oder nicht: Der Markt hat immer recht! So lautet nun mal das erste Gebot der liberalen Ökonomie. Und das gilt nicht nur für den Finanzmarkt, sondern generell dort, wo Ware, Angebot und Nachfrage frei zusammentreffen. Dieses Gesetz ist nicht gut oder schlecht, es ist einfach da. Und man kann es genauso wenig abschaffen wie die Schwerkraft – es ist quasi ein Naturgesetz.

Vergessen wir nicht: Es waren ebendiese Gesetze, die in der Schweiz zu grossem Wohlstand führten. Folglich ist es total unsinnig, den Markt für die negativen Entwicklungen verantwortlich zu machen. Genauso wie darüber zu beraten, wie viel Markt es braucht, oder über die Frage zu streiten, wie viel Schwerkraft auf der Erde optimal wäre.

Das Grundprinzip des freien Marktes
Wenn ich damals im Unterricht aufgepasst habe, dann ist der freie Wettbewerb das bestmögliche Steuerungsinstrument der Wirtschaft. Mit frei meine ich ohne staatliche Subventionen, Direktzahlungen und Preisbindungen. Okay, klingt hart. Aber erklären Sie mir bitte einmal, wie genau das mit dieser Geldumverteilung eigentlich gehen soll? Das Grundprinzip des freien Marktes ist ja der Handel. Und nicht die Umverteilung. Subventionieren kommt aus dem lateinischen «subvenire» und heisst zu Hilfe kommen. Kurzfristig kann das glattgehen. Quasi als Überbrückung und mit Aussicht auf Erfolg. Doch langfristig? Das funktioniert in etwa wie Morphium: Es betäubt und macht abhängig.

Das Grundprinzip des freien Marktes ist ja der Handel. Und nicht die Umverteilung. 

Das Leben ist kein Ponyhof
Fakt aber ist: Wer bei der Befriedigung von Kundenbedürfnissen oder im Wettbewerb mit der Konkurrenz nicht mithalten kann, ist weg vom Fenster (oder sollte es zumindest sein). Das ist die natürliche Korrekturfunktion des Marktes. Tönt nochmals hart. Ist es für die Betroffenen auch. Es sagt ja auch niemand, das Leben sei ein Ponyhof. Andersrum ist eine natürliche Aussiebung der Garant für Innovation und Qualitätssteigerung. Und das wiederum die Grundlage für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand. Einige Leser mögen jetzt die Stirn runzeln und sich fragen, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Selbstverständlich auch ihnen beste Unterhaltung beim Lesen.

  • Fredi Tschui
  • Urs Blöchliger
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